Weimer-Krimi 065: Die Spionin K. H. Weimer und W. A. Hary: "Heiße Küsse und heiße Schüsse!" Eine Spionageaffäre, die sich gewaschen hat: Der Gegner zieht weltweit die Fäden und bringt Nadja und Ihren geheimnisvollen Auftraggeber mächtig auf Trab: "Miss Nabrovnika?""Am Apparat", antwortete die weibliche Stimme etwas distanziert."Ich - ich möchte Sie... Sie sind in Gefahr!" Die letzten Worte schrie er fast. "Moment!" Nadja Nabrovnika blieb ganz ruhig. "Die Verständigung ist miserabel. Es knackt und zirpt in der Leitung."Es gelang dem Mann, das Chaos in seinem Innern soweit zu bewältigen, dass er endlich zusammenhängender sprechen konnte."Ich - ich verstehe. Sind Sie nicht allein? Hören Sie zu, Miss Nabrovnika", fuhr er fort, ohne die Antwort auf seine Frage erst abzuwarten, "es ist wichtig, dass wir uns unter vier Augen unterhalten." Dann kam alles auf einmal ganz flüssig über seine Lippen. "Dieses Risiko muss ich eingehen. Ich weiß mehr über Sie, als Ihnen und mir lieb sein kann. Eines mal vorweg: Man hat den Spieß umgedreht! Sie wollen zwar den Mann, mit dem Sie seit zwei Wochen das Bett teilen, in Wahrheit aushorchen, doch dieser Mann... ist nur ein Köder!" Es klang eindringlich."Warum hast du das nicht gleich gesagt, Darling? Aber es tut mir aufrichtig leid. Ich bin im Moment beschäftigt. Erst am Abend habe ich wieder Zeit für dich. Bist du mir böse?""Okay, Miss Nabrovnika." Der Mann warf einen Blick auf seine Armbanduhr. "In drei Stunden kreuze ich bei Ihnen auf.""Bis dann also", sagte die weibliche Stimme warm, und der Mann legte auf.Abermals ging sein Blick die Park Avenue hinauf, ohne dass er jedoch etwas sah. Vor seinem geistigen Auge erschien das Bild einer wunderschönen, faszinierenden Frau. Ihre Proportionen waren ideal, das Haar schwarz wie Kohle - ebenso die Augen.Noch drei Stunden, dachte er.Ob ich es schaffe, bis dahin zu überleben?