Wir erklären die Liebe gern mit kurzen Regeln. Gegensätze ziehen sich an. Wer weniger liebt, hat die Macht. Frauen suchen Status, Männer Schönheit. Mit dem Alter müsse man die Ansprüche senken. Wahre Liebe dürfe keine Arbeit verlangen. Solche Sätze überleben, weil jeder von ihnen genug beobachtbare Wahrheit enthält, um allgemein gültig zu wirken.
Doch was messen sie tatsächlich: Gefühl, Abhängigkeit, den Preis des Ausstiegs, die Grenzen des örtlichen Partnermarkts, das Recht oder die Gewohnheiten einer bestimmten Epoche? Warum kann ein Datingprofil offensichtliche Unvereinbarkeiten aussortieren und Anziehung dennoch schlecht vorhersagen? Wann hilft eine größere Auswahl, und wann lähmt sie? Wozu gibt es die Ehe, warum mischen Familien sich in die Partnerwahl ein, wie verändern Kinder den Aufbau einer Verbindung, und weshalb können zwei liebende Menschen ungleich viel Macht besitzen?
Liebe: Bedingungen gelten prüft vertraute Vorstellungen mit den Mitteln der Ökonomie, Psychologie, Evolutionsbiologie, Demografie und Geschichte. Suche, Schönheit, Vertrauen, Sex, Eifersucht, Geld, Kompromiss, Scheidung, Vergebung und Fürsorge erscheinen nicht als zeitlose Wahrheiten, sondern als Entscheidungen unter unvollständiger Information und ungleichen Beschränkungen.
Dieses Buch will Liebe nicht berechnen. Es trennt Wahrscheinlichkeit von Schicksal, Durchschnittswerte vom einzelnen Menschen und nützliche Modelle von überzeugenden Geschichten, aus denen die Bedingungen stillschweigend verschwunden sind.