Die Frage, wie multinationale Unternehmen für im Ausland begangene Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden zur Verantwortung gezogen werden können, ist in der Rechtsliteratur Gegenstand einer breiten Diskussion. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht ein aktuelles Urteil des Bezirksgerichts Den Haag in der Rechtssache Akpan gegen Shell, in der ein nigerianischer Landwirt die Muttergesellschaft des multinationalen Konzerns Shell in den Niederlanden wegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden verklagte, die von deren nigerianischer Tochtergesellschaft in Nigeria begangen worden waren. Das Urteil des niederländischen Gerichts steht für einen sich in Europa abzeichnenden Trend, multinationale Unternehmen mit Sitz in Europa in ihren jeweiligen Heimatstaaten für ihr schädigendes Verhalten im Ausland haftbar zu machen.